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Brief an die Gemeinde

Kirchgemeinden Limbach/Jocketa
Veröffentlicht von Martin Engler in Briefe an die Gemeinde · 29 März 2020
WIE LIEBLICH SIND DIE FÜSSE DER FREUDENBOTEN, DIE GUTES VERKÜNDIGEN, HEIL PREDIGEN, DIE SAGEN ZU ZION: DEIN GOTT IST KÖNIG!
(Jes. 52,7)

Liebe Gemeindeglieder,
zur Zeit erlebe ich einen Widerspruch:
All die „Frühlingsboten“ draußen, die eine „gute Nachricht“ verbreiten: Die Blüten und all die schwellenden Knospen, wie alles wärmer und heller wird und dann die Nachrichten, die ich über die Medien höre und sehe, dass mir Hören und Sehen vergeht: All die Horrorzahlen.
Beinahe erscheint es auch als Widerspruch, dass wir als Christen Evangelium, gute Nachricht verkündigen sollen und dass dann solche Dinge geschehen: Dass Krankheit sich ausbreitet und der Tod zu herrschen scheint.
Evangelium ist nicht in dem Sinn, gute Nachricht, dass alles so bleiben soll, wie es ist, oder wieder so werden wie es „früher“ war. Dass wir bald wieder zum „Status Quo“ zurückkehren dürfen; denn das Evangelium ist zugleich ein Ruf zur Umkehr. Jesus Christus bietet keine billige Gnade an, sondern er fordert uns.
Und die Botschaft von Jesus Christus und dessen ganze Geschichte ist ein krasser Widerspruch zur furchteinflößenden Macht des Todes; denn der Tod hat seine endgültige Herrschaft verloren.
Lange haben wir das Seufzen und Stöhnen der geschundenen Kreatur überhört.
Gott überhört es nicht.
Jesus Christus hat die Horrornachrichten seiner Zeit nicht ausgeblendet, um eine harmlose Botschaft von einem harmlosen Gott zu erzählen. Dazu braucht man nur Lukas 13 zu lesen, wie Galiläer, zu Tode kommen oder wie Leute zur Zeit Jesu von einem Turm erschlagen wurden.
Wir müssen nicht etwa unsere Herzen hart machen, um nicht an all dem Leid, von dem wir jetzt erfahren, zu zerbrechen. Wir müssen uns nicht taub und blind stellen und dürfen das auch nicht. Wir sollen helfen, wo wir können, und dass wir für all die Helfer aber auch für die Kranken beten, das ist keineswegs das Geringste. Aber es sind auch Menschen da, die darüber hinaus Hilfe anbieten, zum Beispiel  indem sie anbieten für Sie Einkäufe zu erledigen.
Aber noch wichtiger ist, dass wir, wir alle, solche die helfen können, und solche die Hilfe brauchen, einen Helfer haben: Den Retter, den Erlöser bzw. dass er uns hat.
Fürchtet euch nicht!

Der Heidelberger Katechismus hat das in folgende Worte gefasst:
Was ist dein Trost im Leben und im Sterben?
Dass ich mit Leib und Seele, beide, im Leben und im Sterben nicht mein, sondern meines getreuen Heilands Jesu Christi eigen bin, der mit seinem teuren Blut für alle meine Sünden vollkommen bezahlt und mich aus der Gewalt des Teufels erlöst hat und also bewahrt, dass ohne den Willen meines Vaters im Himmel kein Haar von meinem Haupt kann fallen, ja auch mir alles zu meiner Seligkeit dienen muss. Darum er mich auch durch seinen Heiligen Geist des ewigen Lebens versichert und ihm forthin zu leben von Herzen willig und bereit macht.
Der Eine, welcher nicht nur Trost schenken kann, sondern den Tröster, also seinen Heiligen Geist also sich selbst gleich mitschenkt, möge Sie bewahren!

Ihr Pfarrer
Martin Engler



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