Kirchenblätt'l 07-08/21

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Kirchenblätt'l 07-08/21

Kirchgemeinden Limbach/Jocketa
Veröffentlicht von Martin Engler in An(ge)dacht · 7 August 2021
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Wir können sicher sein: Gott hört alle Gebete. Wir können sicher sein, dass der, dessen Name gepriesen sei, auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet. Trotzdem kommt das an vielen Stellen der Bibel vor,dass Gott aufgefordert beziehungsweise gebeten wird, zu hören. Ja, ganz klar: Gott hört alle Gebete, aber er macht sich nicht zum Werkzeug unserer Wünsche. Natürlich ist mir klar, dass Gott auch ohne mein Beten weiß, was ich ihn bitte, und auch was ich brauche und was meine Not und die Not der Welt wendet. Er weiß das schon, bevor ich ein einziges Wort gesagt, ja bevor ich einen einzigen Gedanken gedacht habe. Aber trotzdem werden wir aufgefordert ihn anzubeten. Uns wird erlaubt, ihn um Dinge zu bitten. Im vorliegenden Bibeltext legt Hiskia einen Schmähbrief von einem Feind in den Tempel vor den Altar und bittet Gott, da mal draufzuschauen. Gott hört alle Gebete, aber wie wir an diesem Bibelwort merken, will er, dass wir ihn darum bitten, zu hören. – Sonst stünde das ja nicht im Buch der Bücher, in der Heiligen Schrift. Die Aufforderung: Neige dein Ohr und höre! - die drückt Nähe aus. Wir brauchen Menschen, die uns „ihr Ohr leihen“, und uns „Ansehen geben“, die auch solche Nähe zulassen. Aber selbst wenn wir niemanden haben, der uns mal zuhört, und selbst wenn wir keinerlei Ansehen haben: Gott will für uns da sein, und seine Nähe brauchen wir ganz besonders. Im Gebet dürfen wir Gott das Leid der ganzen Welt, beziehungsweise diese erlösungsbedürftige Welt mit ihrem Leid und auch unseren eigenen Kummer hinlegen. Aber in diesem Fall, in der Situation, die hier in der Bibel beschrieben wird, da legt Hiskia einen Brief vor den Altar des wahren Gottes, in dem Sanheribs Feldherr Rabschake Gott verhöhnt. Und das ist etwas, das wir uns selten trauen. Wir beten „höflich“ und machen uns dabei etwas vor. Aber Gott können wir nichts vormachen. Meine tiefsten Zweifel, meine größte Wut, auch Dinge, von denen ich meine, ich könnte sie IHM niemals zumuten, Gott weiß darum. – Offensichtlich ist es hilfreich, es auszusprechen. Ich darf auch solche Briefe in die Kirche legen. Ich lade Sie ganz herzlich ein, Gott Ihr ganzes Herz auszuschütten: Schonungslos, offen und ehrlich.
Ihr Pfarrer
Martin Engler


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