Kirchenblätt'l 04-05/21

Limbach im Winter
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Kirchenblätt'l 04-05/21

Kirchgemeinden Limbach/Jocketa
Veröffentlicht von Martin Engler in An(ge)dacht · 1 April 2021
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
manche von Ihnen haben es sicherlich erkannt, manche haben sich vielleicht auch gewundert, was das sein mag, was hier vorn abgebildet ist: Es ist das (Ultraschall-)Bild eines ungeborenen Kindes. Manche können die Freude anderer über solche Bilder nur schwer verstehen. In den Augen der Eltern, die nun sehen, dass ein lang ersehnter Kinderwunsch vielleicht bald in Erfüllung geht, wird damit ein Wunder sichtbar. Man sagt, dass die Frau „guter Hoffnung“ ist. Ab dem 22. Tag hat das Kind schon einen Herzschlag. Schon nach wenigen Wochen sind die ersten Bewegungen spürbar. Wenn alles gut geht, wird das Kind nach neun Monaten geboren. Dann wird es vielleicht irgendwann Mama sagen oder Papa oder ein anderes erstes Wort. Vielleicht lernt es irgendwann ein Instrument, vielleicht ist es sogar ein kleiner Mozart oder eine berühmte Wissenschaftlerin, ein Arzt oder eine Hebamme. Aber auch wenn das alles nicht möglich ist und auch nie sein wird: Für mich ist es von Anfang an ein Mensch - auch wenn er nicht reden kann, weder englisch, noch deutsch, noch chinesisch, noch in der Gebärdensprache: Es ist ein wertvoller Mensch. Ganz klar, von einem Mann und einer Frau gezeugt, aber von Gott geschaffen. – Vielleicht ungeplant, vielleicht heiß ersehnt, von Gott geschaffen und gewollt als Mensch. Sehr wehrlos, sehr eingeschränkte Rechte. Und gerade an dieser Stelle sind wir Christen gerufen, uns für die Rechte der ungeborenen Kinder einzusetzen. Wir müssen uns diese Rechte und unseren Wert nicht verdienen. Wehrlos, aber nie und nimmer wertlos. So lange das Kind im Mutterleib ist, kann es noch nicht mit einem „elaborierten Code“ und gewählter Rede seine Rechte einklagen. Der Monatsspruch für den Mai fordert die Starken und Klugen, vor allem aber die Gläubigen auf, für die Rechte der Schwächeren einzutreten. Gottes Wort fordert uns auf, Fürsprecher zu werden für Sprachlose wie ungeborene Kinder und für alle Leute, die das nicht selbst können: Öffne deinen Mund für die Sprachlosen, für das Recht der Schwachen. (Spr. 31,8) Mit zwei Versen aus einem Segensgebet von Lothar Zenetti möchte ich an dieser Stelle schließen: Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen, dass es sehen lernt mit seinen eignen Augen das Gesicht seiner Mutter und die Farben der Blumen und den Schnee auf den Bergen und das Land der Verheißung. Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen, dass es reden lernt mit seinen eignen Lippen von den Freuden und Sorgen, von den Fragen der Menschen, von den Wundern des Lebens und dem Wort der Verheißung. Ich grüße Sie ganz herzlich, auch im Namen der Mitarbeiter,
Ihr Pfarrer
Martin Engler


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